Regionales
Entwicklungskonzept für den Naturpark Wildeshauser Geest
8. Maßnahmen
Nachfolgend sind die innerhalb der Aufstellung des Regionalen Entwicklungskonzeptes konzipierten sieben Leitprojekte im Detail beschrieben. Den textlichen Erläuterungen ist jeweils zu entnehmen, inwieweit die Zielsetzungen des REK sich in den Leitprojekten widerspiegeln.
Die Erarbeitung der Entwicklungsstrategie für die Wildeshauser Geest ist auf ein überwältigendes Echo in der Region gestoßen. Über die verschiedenen Beteiligungsinstrumente (Internet, Expertengespräche, Zukunftswerkstätten, Projektgruppen) sind insgesamt weit über 100 Projektvorschläge eingereicht worden. Um diesem Engagement Rechnung zu tragen, sind die Projektvorschläge ebenfalls Bestandteil des Regionalen Entwicklungskonzeptes. Für die weitere Umsetzung des Entwicklungsprozesses werden sie der LAG eine wichtige Arbeits- bzw. Entscheidungsgrundlage sein und als Orientierungshilfe hinsichtlich der Gestaltungswünsche und des Gestaltungswillens der Bevölkerung sowie der regionalen Akteure dienen. Die Projektvorschläge sind im nachfolgenden Kapitel (vgl. 8) jeweils im Anschluss an die Leitprojekte - den entsprechenden Maßnahmebereichen thematisch zugeordnet - dokumentiert.
Neben den in diesem Kapitel aufgeführten Leitprojekten als Kern der Entwicklungsstrategie ist das zur Umsetzung der Entwicklungsstrategie erforderliche Regionalmanagement eine weitere wichtige und gemeinsam zu tragende Maßnahme. Es wird im Abschnitt 8.6 hinsichtlich Organisation, Aufgaben und entstehenden Kosten näher erläutert (vgl dazu auch Kap. 2.2).
8.1 Maßnahmebereich: Erschließung des historischen Potentials
Das herausragende geschichtliche Potential der Wildeshauser Geest bildet die Basis der gewählten Entwicklungsstrategie und steht insofern auch im Mittelpunkt des Entwicklungsleitbildes "10.000 Jahre Mensch, 100.000 Jahre Natur". Aufgabe ist es, dieses besondere Potential der Wildeshauser Geest besser zu erschließen und dadurch ins öffentliche Bewußtsein zu rücken. Die Erschließung des historischen Potentials soll gemäß der verabredeten Entwicklungsziele vor allem auch der Förderung der kulturellen Integration, sowie der Förderung der Einkommens- und Arbeitsplatzsituation in der Region dienen.
Von herausragender Bedeutung für die zukünftige Entwicklung der Wildeshauser Geest ist insofern das Leitprojekt:
Leitprojekt: Archäologisches Zentrum (Anschubphase)
| Ziel: |
Durch das Projekt soll Geschichte anschaulich und erlebbar
gemacht werden. Besondere Präsentationsformen und Vorführungen
sollen dazu beitragen, nicht nur Geschichte "an sich" zu
vermitteln, sondern auch die Beziehung zur Wildeshauser Geest als
archäologisch bedeutsame Landschaft herzustellen. Dieses im
Vergleich zu anderen Regionen außerordentliche Potential soll im
öffentlichen Bewußtsein verankert werden und wesentlicher
Bestandteil eines - auch über andere Leitprojekte - noch stärker
zu entwickelnden regionalen Bewußtseins werden. Durch das
Leitprojekt soll eine Verknüpfung des historischen Erbes mit den
landschaftlichen Besonderheiten der Wildeshauser Geest und
touristischen Zielsetzungen erreicht werden. In das Vorhaben soll
die gesamte Region einbezogen werden. |
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| Instrumente: |
Von zentraler Bedeutung ist der Erlebniswert des
Archäologischen Zentrums. Es bestehen daher besondere Anforderungen
an den Standort, wie u.a. Gestaltungspotential und landschaftliche
Attraktivität sowie Nähe zu archäologischen Sehenswürdigkeiten.
Das Zentrum selbst soll neben der rein musealen Ausrichtung mit
Ausstellung von Exponaten, Rekonstruktionen usw. einen Schwerpunkt
auf das "aktive Erleben" durch das Publikums setzen.
Hierzu zählen z.B. verschiedene Aktivitätsbereiche, in denen die
Besucher eigenständig bestimmte Dinge nacherleben können, wie etwa
Steinschlagtechniken erlernen, töpfern, backen usw.
Siedlungsbereiche sollen originalgetreu rekonstruiert und
ausgestaltet werden und liefern auf diese Weise den Kontext zu den
archäologischen Fundstätten der Geest, wie z.B. den
Großsteingräbern. Darüber hinaus soll das Zentrum auch
wissenschaftliche Projekte ermöglichen, z.B. aus dem Bereich der
"experimentellen Archäologie" oder auch die Durchführung
von Fachtagungen usw. Das Vorhaben steht in engem Zusammenhang mit
den Leitprojekten "Informationsnetzwerk" (8.5) und
"Erlebnisroute Archäologie" (8.3). |
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| Adressaten: |
Das Zentrum richtet sich an Einwohner/innen und
Gäste gleichermassen. Besondere Zielgruppen sind Kinder und
Jugendliche, so dass intensiv mit Schulen, Kindergärten,
Jugendherbergen, Landschulheimen usw. zusammengearbeitet werden
soll. Darüber hinaus richtet sich das Zentrum auch an die Fachwelt.
Weitere Adressaten sind im Hinblick auf die Konzeption und spätere
Angebotsgestaltung des Zentrums die regionalen
"Geschichtsträger": Museen, Heimat- und Kulturvereine,
geschichtlich interessierte Einzelpersonen sowie die entsprechenden
behördlichen Vertreter/innen. Auch gewerbliche Betriebe sollen
einbezogen werden, z.B. im Hinblick auf die Darstellung alter
Handwerkstechniken u.ä. In die Konzeption und Umsetzung des
Vorhabens sollen alle Kommunen, nicht nur die Standortgemeinde,
einbezogen werden. |
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| Durchführung: |
Das Leitprojekt beinhaltet die Vorbereitungsphase
bis zum Beginn der Umsetzung des Vorhabens. Zunächst ist eine
inhaltliche Konzeption des Zentrums a) als "Zeitreise"
unter Einbeziehung dezentraler Präsentationsstandorte (virtuell und
mit Exponaten) sowie b) als Areal für experimentelle Archäologie
und erlebbare Geschichte erforderlich. Verschiedene Ideen zur
inhaltlichen Ausgestaltung eines archäologischen Zentrums, z.B. des
Vereins Archae und anderer interessierter Einzelpersonen (siehe
Liste der Projektvorschläge für die Wildeshauser Geest) liegen
bereits vor und könnten als Ausgangspunkt für die Konzeption
dienen. Sobald anschließend Wirtschaftlichkeitsrechnung und
Finanzierungsplan erstellt sind, müssen Träger und Sponsoren
gewonnen werden. Bei der Standortfindung ist auf die regionale
Akzeptanz des Vorhabens, das den Gesamtraum fördern soll, zu
achten. Ein Durchführungsaspekt wird daher die Herstellung eines
regionalen Abstimmungsprozesses sein. Aufbauend auf einer
Bestandsaufnahme archäologischer Fundstätten erfolgt die
Einbeziehung der dezentralen Präsentationsstandorte des
Archäologischen Zentrums. Hier erfolgt eine Festlegung ebenfalls in
enger Abstimmung mit den Kommunen der Wildeshauser Geest. Vernetzung
der Standorte und eine entsprechende Besucherlenkung sollen in enger
Verknüpfung mit der "Erlebnisroute Archäologie"
(Leitprojekt 8.3) erfolgen. Für das Vorhaben ist eine frühzeitige
Flächensicherung erforderlich, um an geeigneter Stelle andere
Nutzungen frühzeitig ausschließen zu können. Sie ist daher
Bestandteil des Vorhabens. Die Errichtung des Archäologischen
Zentrums ist nicht Bestandteil des Leitprojektes. |
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| Raumbezug: |
Gesamte Wildeshauser Geest mit zentralem Standort in
der Wildeshauser Geest |
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| Träger: |
Zweckverband Naturpark Wildeshauser Geest;
Standortgemeinde und/oder -landkreis |
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| Zeitplan: |
Beginn 1.06.2002 |
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| Finanzbedarf: |
500.000 Euro:
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| Kofinanzierung: |
Zweckverband, Kommunen, Standortgemeinde, -landkreis |
Projektfundus: Weitere Projektvorschläge im Maßnahmebereich 1
|
Projekt |
Kurzbeschreibung |
Vorschlag durch |
Räumlicher Bezug |
Konkr. Stand |
|
Vernetzung ländlicher und städtischer Museen |
Aktionswochen im ländl. Raum zu Themen, wie z.B. altes Handwerk, Bohlenwege,Gewinnung von Raseneisenerz, Teer usw. |
Herrn Gabriel Theermann |
Gesamt- region |
Idee |
|
"Museumsinsel" Wildeshausen |
Entwicklung einer geschichtlichen Meile mit dem Dampfkornbranntwein- brennereimuseum, dem Druckereimuseum, dem Kraftwerk und der Lohgerberei |
Herrn Karl Schulze-Temming -Hanhoff |
Stadt Wildeshausen |
Idee |
|
Entwicklung eines Tischlereimuseums |
Suche nach geeigneten Räumlichkeiten |
Herrn Karl-Heinz Pelster |
Nordöstl. Geest |
Idee |
|
Zeppelinmuseum in Ahlhorn oder Wildeshausen |
kein Kommentar vorhanden |
Herrn Hermann Speckmann |
Westl. Geest |
Idee |
|
Alte Handwerks- techniken |
Kurzzeit-Kurse für Besucher der Wildeshauser Geest |
Ökologische Akademie Hosüne |
Gesamt- region |
Projekt- skizze |
|
Alte Konservierungs- und Zubereitungs- techniken |
Anbauprodukte und Rezepte, Sammlung und Vermittlung an Besucher der Region zur Stärkung der Regionalvermarktung |
Ökologische Akademie Hosüne |
Gesamt- region |
Projekt- skizze |
|
Errichtung eines archäologischen Zentrums |
Aufarbeitung der "archäologischen Meile" durch experimentelle Archäologie, übergreifendes Darstellungskonzept, Erlebbarkeit der Vorgeschichte herstellen |
Arbeitskreis angewandte Archäologie in Koop. mit Naturpark |
Gemeinde Goldenstedt Dötlingen Goldenstedt Großenkneten Visbek Wildeshausen |
Projekt- skizze |
|
"Kult-Ur-Camp" |
Errichtung eines steinzeitlichen Nomadencamps, auch zur interkulturellen Weiterbildung, Erleben von Jagd- und Sammeltechniken usw. |
Traditionelle Bogenschützen Huntlosen e.V., Herr Ludger Hobitz-Rust |
wie Nr. 43 (?) |
Idee |
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Projekt "Wardenburg" |
"Wiederbelebung" des Standortes der Wardenburg in der Letheschleife, Wiederherstellung der Letheschleife, naturschutzfachl. Maßnahmen, touristische Erschließung, Verknüpfung mit anderen historischen Artefakten |
Gemeinde Wardenburg, (Amt f. Agrarstruktur OL) |
Gemeinde Wardenburg |
Idee |
|
Alte Ziegelei und Tonkuhle Twistringen |
Naturschutzfachliche Aufwertung und touristische Nutzung (Fossiliensammeln) |
Stiftung Naturschutz im LK Diepholz; Stadt Twistringen |
südöstl. Geest |
Projekt- skizze |
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Tertiärfossil- sammelstelle Twistringer Tonkuhle |
Erd- und entwicklungsgeschichtliche Aspekte sollen für Wissenschaftler und interessierte Laien erfahrbar gemacht werden |
Heimat- und Bürgerverein Twistringen |
Stadt Twistringen |
Projekt- skizze |
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Erhaltung und Nutzung dorfprägender Gebäude |
Alte Schmieden, Gerbereien, sonst. Werkstätten |
Dötlingen-Stiftung |
Gemeinde Dötlingen |
Idee |
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"Alter Spieker" |
Verlegung eines alten Spiekers und Ausbau zu einem mittelalterlichen Backhaus |
Orts- und Bügerverein Sandkrug |
Bereich Sandkrug |
Idee |
|
Aktivierung des kulturhistorischen Potentials der Stadt Wildeshausen und der näheren Umgebung |
Grundlagenrecherche Stadtmarketing Wildeshausen, in Verbindung mit dem Vorschlag einer Dokumentationsstelle für Vorgeschichte |
Stadt Wildeshausen Herrn Karl Schulze Temming-Hanhoff |
Stadt Wildeshausen |
Idee |
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Bau eines Eingangstores für die Hünenburg in Scharrendorf |
Wiederherstellung des Burgcharakters durch Erstellung eines großen Eingangstores |
Stadt Twistringen |
Stadt Twistringen |
Projekt- skizze |
|
Errichtung eines Heimatmuseums in der alten Schule in Bürstel |
Weiterentwicklung der Heimatstube zu einem Heimatmuseum, ggf. in Kooperation mit anderen Gemeinden |
Gemeinde Ganderkesee |
Gemeinde Ganderkesee |
Idee |
|
Die Kampbruchbrücke |
Erhalt einer denkmalschutzwürdigen Brücke sowie tour. Erschließung |
Gemeinde Wardenburg |
Gemeinde Wardenburg |
Projekt- skizze |
Unter www.hunte-natur.de finden Sie Informationen zum Wasserwandern entlang der Hunte. Die kostenlose "Wasserwanderkarte Hunte" kann auf der Broschüren-Seite bestellt werden.
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• Delmenhorster Straße 6
• 27793 Wildeshausen
Telefon 04431 / 85-351 Fax 04431 / 85-432
Kontakt: info@naturparkwildeshausergeest.de
